Projekt zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen im UN-Berichtsverfahren

Gemäss Artikel 12 der KRK haben Kinder ein Recht, gehört und ernst genommen zu werden und mitreden zu können. Bisher waren Kinder und Jugendliche in der Schweiz bei der Berichterstattung an den UN-Kinderrechtsausschuss allerdings nicht involviert. Dies obwohl sie die Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebensumstände sind.

Pilotphase

Das Netzwerk Kinderrechte Schweiz hat deshalb im Jahr 2018 das Pilotprojekt «Kinder- und Jugendbeteiligung im Berichtsverfahren an den UN-Kinderrechtsausschuss» gestartet, um Kindern und Jugendlichen erstmals auch in der Schweiz eine Stimme zu geben.

Seit 2018 haben sich über 200 Kinder und Jugendliche in verschiedenen partizipativen Strukturen mit ihren Rechten und deren Umsetzung in der Schweiz auseinandergesetzt. In der eidgenössischen Jugendsession, der nationalen Kinderkonferenz, in Primarschulklassen und Jugendparlamenten erarbeiteten sie in einem ersten Schritt ihre Anliegen und Fragen zu den wichtigsten Themen der Kinderrechtskonvention. Diese reichte das Netzwerk am 1. Juli 2019 zum Auftakt des Berichtsverfahrens beim UN-Kinderrechtsausschuss ein.

Für die Kinder und Jugendlichen standen dabei verschiedene Anliegen aus ihrer unmittelbaren Lebenswelt im Zentrum: Gerechte Chancen für alle - auch für geflüchtete oder migrierte Kinder, Schutz vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, des Glaubens, der Herkunft oder der sexuellen Orientierung, sowie die Unterstützung bei Gewalt oder Konflikten in den Familien. Aber auch der Schutz ihrer Privatsphäre, Hilfe bei Mobbing oder Suizidversuchen, Suchtprävention, Umweltschutz und insbesondere der Wunsch nach mehr Mitsprache in der Familie, Schule und Politik beschäftigte die Teilnehmenden.

Das Projekt geht in die nächste Phase

Ab Herbst 2019 geht das dreijährige Projekt in die nächste Phase: Ergänzend zum Staatenbericht der Schweiz an den UN-Kinderrechtausschuss sowie dem NGO-Bericht, können sich Minderjährige zu ihren Anliegen und Forderungen in einem eigenen Kinder- und Jugendbericht äussern. Dafür fördert das Netzwerk in Zusammenarbeit mit seinen Partnerorganisationen Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), dem Dachveband Offende Kinder- und Jungendarbeit (DOJ), der Kinderlobby Schweiz, der Kommission Bildung, Erziehung, Wissenschaft des Verbands des Personals öffentlicher Dienste (vpod), der Stiftung Pro Juventute, der Pflege- und Adoptivkinder Schweiz (PACH) und Save the Children Schweiz die Auseinandersetzung von Kinder und Jugendlichen mit ihren Rechten in verschiedenen Regionen der Schweiz. Eine Gruppe wird dafür im Jahr 2021 ebenfalls mit dem UN-Kinderrechtsausschuss in Genf in Kontakt treten.

Das Projekt wird vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) und der Stiftung Kinderschutz Schweiz gefördert.